Der Schwarzwald als Heilbad

Eintauchen ins Waldbad.

Der Schwarzwald ist ein Erlebnis besonderer Art. Und er ist ungemein gesund. „Shinrin yoku“ nennen Japaner den therapeutischen Aufenthalt im Grünen. Die Amerikaner nennen das „forest bathing“, was man mit „Waldbaden“ übersetzen könnte. Damit ist natürlich kein Baden im Wald gemeint, sondern das Eintauchen in die Umgebung des Waldes. Forscher entdeckten nämlich die äußerst positiven Wirkungen von Waldspaziergängen. Und der Schwarzwald ist dafür ideal. Nun ist man in Fernost dabei, Wälder in Therapiezentren umzuwandeln. Der Grund für die heilende Kraft: Die Waldbäume reichern die Luft mit Terpenen an. Das sind chemische Verbindungen, die unser Immunsystem stärken. Sogar Killerzellen sollen aktiviert werden, die im Kampf gegen Krebs wichtig sind.

Nun weiß ich endlich, weshalb mir Waldspaziergänge so gut tun und ich auf meinen Fototouren durch den Schwarzwald immer bester Laune bin. Und das liegt nicht nur an den unendlich vielen Fotomotiven, die mir auf Schritt und Tritt vor die Linse kommen.

Wälder beruhigen, senken Blutdruck und Puls, reduzieren Stresshormone und helfen gegen Krebs.

Die wohltuenenden Auswirkungen des Waldbadens wurden übrigens in einem medizinischen Experiment wissenschaftlich bewiesen. Die japanische Behörde für Forstwirtschaft, das Forschungsinstitut für Wald und Waldprodukte und das Zentrum für Medizin Nippon hat in einer Studie den physiologischen Effekt des Waldbadens erforscht.

Zusammenfassend erklärt Dr. Qing Li, Assistenzprofessor am Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit im Zentrum für Medizin Nippon: Die Bewegung im Wald fördere sowohl die Entstehung von drei verschiedenen Anti-Krebs-Proteinen als auch die Bildung ungewöhnlich hoher Mengen an natürlicher Killerzellen, die Krebszellen aufspüren und attackieren. Pflanzen bilden bestimmte Stoffe, sogenannte Phytonzide, mit denen sie sich selbst vor Bakterien und Insekten schützen. Diese Phytonzide würden an die Luft abgegeben. Atmet sie ein Mensch ein, führt dies in seinem Körper zu einer deutlichen Vermehrung der Killerzellen. Bei einem Versuch mit stark unter Stress leidenden Patienten erhöhte sich die Zahl dieser Zellen schon am ersten Tag um 26,5 Prozent, am zweiten Tag um sagenhafte 52,6 Prozent.

Doch der Wald kann noch mehr. In einer Studie mit 280 Teilnehmern wurde die Hälfte für ein paar Stunden in den Wald geschickt, während die andere Hälfte in die Stadt ging. Die „Waldmenschen“ erfreuten sich im Gegensatz zu den „Stadtmenschen“ eines auffallend niedrigen Blutdruckes, eines niedrigen Stresshormonspiegels und eines niedrigen Pulses. Festgestellt wurde ebenso, schon allein das Eintauchen in den Wald hat eine beruhigende Wirkung. Es tut gut, wenn die Bäche plätschern, das Laub raschelt, die Vögel singen und die Blumen duften.

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Nach diesen Erkenntnissen gibt es eigentlich keinen Grund, weiterhin im Büro vor dem Bildschirm zu sitzen. Sobald die Arbeit getan ist, werde ich den Wald aufsuchen. Und den habe ich hier im Schwarzwald direkt vor der Haustür. Ich tauche dann ein in gesundes Waldbad.

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