Goldwäscherdenkmal in Goldscheuer

Erinnerung an die Zeit der Rheingoldsucher.

Der Oberrhein – Grenzfluss zwischen Deutschland und Frankreich. Unweit der Europastadt Strasbourg liegt auf deutscher Seite das kleine Dorf Goldscheuer. Wer sich für das alte Handwerk der Goldsuche am Rhein interessiert, sollte mal einen Abstecher in das heute zur Stadt Kehl gehörende Dorf machen. Denn zwischen dem historischen Schulhaus und dem Rathaus befindet sich ein Goldsucherdenkmal, das an die 2000-jährige Geschichte der Goldwäscher in der Region erinnert.

Goldwäscherdenkmal in Goldscheuer bei Kehl am Rhein.

Es war ein mühsames Geschäft, aus dem Rheinsand die kleinen Goldflitterchen herauszuwaschen, um daraus einen Nebenverdienst zu erwirtschaften. Speziell die Fischer kannten die Goldgründe am Rhein, lagen Sie doch im Umfeld ihrer Fischgründe, meist hinter den zahlreichen Rheininseln.

Das Dorf Goldscheuer bildet zusammen mit Kittersburg und Marlen seit Jahrhunderten eine politische, jedoch territorial voneinander getrennte, Dreiergemeinde. Goldscheuer selbst wurde 1424 erstmals urkundlich erwähnt.

Die Gastgeber von Kehl / Goldscheuer heißen ihre Gäste willkommen.

Zunächst wurde der grobe Kies mit einem „Durchwurf“, einem engen Gitter, herausgefiltert, um Sand zu gewinnen. Dieser wurde dann auf einer Waschbank  mit Wasser übergossen, um diesen wegzuspülen.  Das schwerere Gold blieb in einem darunterliegenden Sackleinen hängen. Dieser Prozess wurde wiederholt, bis der Sand komplett herausgespült war.

Dann wusch man das Sackleinen in einem Eimer Wasser aus. Noch immer befanden sich feine Sandkörner unter dem Gold. Durch hinzufügen von Quecksilber trennte man die letzten Goldflitterchen vom Sand. Durch Erhitzen verdampfte das Quecksilber und übrig blieb das reine Gold.

Mehr als mit den Goldflitterchen selbst wurde mit dem Verkauf von feinstem Sand Geld verdient. Dieser schwarze Sand fiel bei der  Goldwäscherei an. Er wurde in den Amtsstuben zum Binden der noch feuchten Tinte benutzt, damit diese nicht verschmierte. Noch heute findet man in alten Akten Reste von Sand und darunter auch feinste Goldflitterchen aus jener Zeit.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die berufsmäßige Goldwäscherei endgültig dem Niedergang geweiht. Durch die Rheinregulierung verschwanden die Goldgründe.

Ein Kommentar

  1. Wer Lust und Laune hat, kann am Rhein noch immer und mit Erfolg auf Goldsuche gehen. Bei Neuenburg sowie Bad Bellingen, südlich von Freiburg, biete ich Goldwaschkurse an. Sie starten immer um 11 Uhr und enden um 17 Uhr.

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