Reiseanalyse 2017

Das eigene Land bleibt das beliebteste Urlaubsziel

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) hat eine erste vorläufige Bilanz des Reisejahres 2016 erstellt und die touristischen Trends des neuen Jahres ermittelt. Martin Lohmann stellte für die FUR die Ergebnisse in Stuttgart vor.

Bei der Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung sind die Deutschen weniger pessimistisch gestimmt als im Vorjahr: Mit 33 % erwartet jeder dritte in der Bevölkerung, dass die Lage sich im gerade begonnenen Jahr verschlechtern wird (Vorjahr 46 %), 16 % erwarten eine Verbesserung (Vorjahr: 13 %). Nun werden Reisepläne weniger vor dem Hintergrund der allgemeinen als mit Blick auf die persönliche Situation entwickelt. Hier sieht das Bild anders aus: 24 % (nahezu unverändert, Vorjahr 25%) erwarten, dass sich ihre persönliche wirtschaftliche Situation in einem Jahr verbessert haben wird; 21 % (Vorjahr: 20 %) befürchten eine Verschlechterung. Die restlichen 55 % sehen keine Veränderung. Die somit insgesamt als stabil wahrgenommene individuelle wirtschaftliche Situation ist eine wichtige Vorbedingung für den Urlaubstourismus 2017.

Mit Gedanken an die Urlaubsreisen 2017 haben sich bereits vier von fünf Deutschen (79 %) beschäftigt. Ob jemand tatsächlich eine Reise antritt, ist vor allem eine Frage des Könnens (ausreichend Zeit und Geld?) und des Wollens (Urlaubslust?). Deswegen erheben wir diese Indikatoren als Basis zukünftiger touristischer Nachfrage. Hier zeigt sich: Die Urlaubslust steigt (56 %, Vorjahr: 53%). Ebenfalls sehen viele Personen für 2017 ausreichende finanzielle Möglichkeiten (57 %) und zeitliche Möglichkeiten (61 %). Diese Daten weisen auf eine stabile Nachfrage (Zahl der reisenden Personen) im Urlaubstourismus 2017 hin. Spielraum für Wachstum könnte es bei der Zahl der Reisen und bei den für Reisen getätigten Ausgaben geben. Auch danach haben wir gefragt: 23 % der Deutschen wollen 2017 mehr Reisen machen als im Vorjahr, 13 % weniger. 28 % wollen mehr Geld für Reisen ausgeben, 14 % wenger. Insgesamt drücken diese Ergebnisse vor allem eine positive Urlaubsstimmung aus, die nachfrageseitig gute Startbedingungen für 2017 signalisiert.

Urlaub 2017: Reiseziele und Reisearten

Als Touristen sind die Deutschen sehr verlässlich, selbst in ihrer Neugier: 41 % planen, in diesem Jahr ein Ziel zu besuchen, in dem sie noch nicht gewesen sind. Das ist fast der gleiche Wert wie im vergangenen Jahr (42%) . Diese Absicht wird oft auch in die Tat umgesetzt: Rund 35 % der Urlaubsreisen führen in ein Ziel, in dem der Reisende noch nicht gewesen ist . Nicht so stark ausgeprägt ist das Interesse, eine neue Art von Urlaubsreisen auszuprobieren. Das planen für 2017 „nur“ 14 %. Die geäußerten Präferenzen für Destinationen sind nahezu identisch mit denen der Vorjahre. Insgesamt betrachtet werden deswegen auch 2017 Urlaubsreisen im eigenen Land mit etwa 30 % den ersten Platz der Hitparade einnehmen. Es folgen Spanien, Italien, Österreich und die Türkei. Vieles spricht dafür, dass die relativen Verlagerungen im Mittelmeertourismus zu eher westlichen Zielen auch 2017 bestehen bleibt.

Ausblick

Für 2017 kann man auf Grundlage dieser Daten und unter der Annahme einer weitgehend positiven wirtschaftlichen Situation der Privathaushalte wieder ein sehr gutes Reisejahr erwarten. Die nachfrageseitigen Startbedingungen für den Urlaubstourismus im Jahr 2017 sind positiv. Terror, Krisen, politische und gesellschaftliche Veränderungen können dieses Bild auch in Zukunft beeinflussen, die Einflüsse bleiben aber begrenzt. Ein signifikantes Wachstum des Gesamtmarktes ist nicht zu erwarten. So bleibt bei einer auf
hohem Niveau stagnierenden Nachfrage der Wettbewerb zwischen den Destinationen und Anbietern um die anspruchsvollen und kompetenten Kunden hart. Schöne Ferien dürften für die meisten Urlauber auch 2017 kein Problem sein.

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