Urlaub im Zelt

Ferien im Zelt. O Gott!

Endlich Urlaub! Zwar nur ein paar Tage, aber immerhin. Diesmal geht’s raus in die Natur. So wie früher, als ich noch jung und wagemutiger war. Statt den Luxus eines Hotelzimmers oder einer Ferienwohnung war ein Zelturlaub geplant. Freunde hatten mich dazu animiert. Ist ja mal was anderes und sicherlich spannend. Das war es auch. Jetzt nach der Rückkehr in der warmen Schwarzwaldstube bin ich mir ziemlich sicher: Nie wieder! Dennoch möchte ich die Erfahrungen nicht missen.

Pont du Gard lag nur wenige 100 Meter von meinem Zelt entfernt.

Freunde machten mit ihrem Wohnmobil für ein paar Tage auf einem Campingplatz in Remoulin in Südfrankreich Station. Remoulin ist bekannt für den Pont du Gard. Das weltberühmte römische Aquädukt ziert die Rückseite der 5-Euro-Geldscheine. Ob ich nicht Lust hätte, einfach mal die Arbeit liegen zu lassen und nur relaxen? Und für ein paar Tage den Schwarzwald mit der Provence eintauschen?

Luxus mal puritanisch. Für ein paar Tage tauschte ich nachts den Luxus eines kuscheligen Bettes mit der harten Wirklichkeit eines Zeltes.

Längst liege ich wieder unter meiner eigenen, kuscheligen Bettdecke und erinnere mich an traumhaft schöne Urlaubstage, allerdings auch an die schlaflosen Nächte. Dabei hatten sich Inge und Walter ziemlich viel Mühe gegeben. Der Zeltaufbau nach der Ankunft ging ziemlich rasch vonstatten. Nachdem ich zum ersten Mal durch die enge Öffnung reinkroch, waren die Knie meiner Jeans bereits grün vom Gras eingefärbt. Was soll’s, ich hatte Urlaub. Walter hatte mich gleich darauf hingewiesen, am besten die Jeans während meines ganzen mehrtägigen Aufenthalts anzubehalten. Dann bräuchte ich hinterher nicht zu viel waschen.

Urlaub im Zelt – abenteuerlich! Aber an Schlaf ist nicht zu denken!

Unvergesslich die Nächte. Die hatten es echt in sich. Es fing damit an, dass das Herausschälen aus der Tagesbekleidung in die Nachtwäsche und dann in den schmalen Schlafsack eine echte Herausforderung ist. Das hätte ich zu Hause im Garten üben sollen. An Schlaf war natürlich auch nicht zu denken. Mein Zelt stand unter einem Baum, den ausgerechnet eine Käfer- oder Raupenkolonie zu ihrem Festmahl auserkohren hatte. Ständig tropften Blätter, Ästchen und vollgefressene Raupen aufs Zeltdach. Das hörte sich wie ein nächtlicher Regenschauer an.

Und dann die erfrischenden Nachttemperaturen. Eine Herausforderung! Der Schlafsack war alles andere als eine warme Koje. Es war bitter kalt. Unbarmherzig die Härte des Bodens. Trotz zwei Unterlagen spürte ich jeden Knochen. An Schlaf war nicht zu denken. Wenn ich nachts mal raus musste, um das entfernt im Kiefernwäldchen versteckte Waschgebäude aufzusuchen…. Brrrr! So stelle ich mir eine Nachtwanderung in der Arktis vor. Wenigstens funktionierte die Taschenlampe.

Nach den gefühlten 5 Minuten Nachtschlaf war ich morgens wie vom anderen Stern sei. Dafür war der heiße Frühstückskaffee im warmen Wohnmobil der ultimative Hit. Und immer die gut gemeinte Frage: „Na, wie hast Du geschlafen?“

Zugegeben, es war ein wunderschöner Urlaub. Tagsüber. Wir haben viele Sehenswürdigkeiten besichtigt. Über 600 Fotos brachte ich mit nach Hause. Die Gastfreundschaft meiner Freunde und der Menschen dort vermisse ich ein wenig. Aber noch einmal Urlaub in einem Zelt? Vergiss es! Den Luxus eines Hotelzimmers oder einer Ferienwohnung möchte ich im Urlaub nie wieder missen. Das weiß ich jetzt ganz genau.

Schreiben Sie uns einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Passend zum Thema