Alemannische Fasnet

Guggemusik, Blechmusik und wilde Sprünge

Guggemusik, Blechmusik und Fanfarengruppen geben den Rhythmus vor, wilde Sprünge begeistern die Zuschauer. Geißenmeckerer mit gehörnten Masken und Ziegenbart prangern die Fehltritte der Obrigkeit an. Die Umzüge der schwäbisch-alemannischen Fasnet gehören zu den ursprünglichsten, wildesten und zugleich authentischsten Volksfesten im Schwarzwald.

Auftakt der Fasnacht, Fastnacht, Fasent oder Fasnet ist der Dreikönigstag am 6. Januar. Dann heißt es allerorten Masken und Häs abstauben und sich gegenseitig im Narrenkostüm besuchen. Die hohen Tage der Straßenfasnet sind 2019 vom 28. Februar bis 6. März. Bei der Buurefasnet in Weil am Rhein und in Basel sogar bis zum Sonntag nach Aschermittwoch.

Die schwäbisch-alemannische Fasnet ist ganz anders als der sehr viel jüngere rheinische Karneval. Statt Funkenmariechen schreiten, stampfen, hopsen und springen dann Hexen, Schuttige, Hansele, Narros, Spättle, Teufel, Morbili, Geißenmeckerer und Federahannes durch die Straßen der Schwarzwälder Dörfer und Städte.

Narrenhochburgen und Highlights

In Rottweil werden die „Narrenkleidle“ an Dreikönig abgestaubt. Dazu ziehen die Ausschussmitglieder der Narrenzunft in Frack und Zylinder durch die Kernstadt und machen Halt an den alten „Narrenhäusern“. Wie in den meisten Orten beginnt die Hochphase der Rottweiler Fasnet jedoch am Fasnachtsmontag und -dienstag mit dem „Narrensprung“. Um Punkt acht Uhr starten am „Schwarzen Tor“ mehr als 3000 Federahannes, Schantle, Gschellnarren und der Guller ihren Umzug durch die Fachwerkstadt.

Besonders schnell munter wird der Narrenrat in Deißlingen-Lauffen. Denn am 6. Januar steht für den Narrenrat eine „Fiaßwäsch“ im eiskalten Polterrain-Brunnen an. Danach werden die Narrenmasken abgestaubt, damit die närrische Zeit endlich beginnt.

Besonders eilig haben es aber die Narren von Gengenbach. Traditionell beginnt hier die Fasnet dreieinhalb Wochen vor dem Aschermittwoch mit dem „Hemdeglunker“. An diesem Tag wird der Schalk, der das Jahr über im Niggelturm geschlafen hat, unter Lärm und Getöse geweckt. Am Mittwoch vor dem „Schmutzige Dunschtig“ stellen die Hexen ihren etwa neun Meter großen Besen auf. Am Fasnachtssonntag gehört auch die „Straßenfasend“ mit „Schnurre und Schnaige“ in den Wirtshäusern zum lebendigen Brauchtum der Stadt. Die „Fasend“ endet in der Nacht auf Aschermittwoch, wenn der Schalk wieder in den Niggelturm verbannt wird.

Auch Villingen-Schwenningen ist eine der schwäbisch-alemannischen Fasnachtshochburgen. Zu sehen ist die Symbolfigur „Maschgere“ unter anderem an den Villinger Umzügen am Fasnachtsmontag und -dienstag.

Ein lustiger und nasser Fasnachtsbrauch ist die „Da-Bach-na-Fahrt“ in Schramberg. Am Fasnachtsmontag rauschen hier 80 närrische Kanalfahrer in fantasievoll dekorierten Zubern die eiskalte Schiltach hinab.

Wer am Aschermittwoch noch nicht genug von der schwäbisch-alemannischen Fasnacht bekommen hat, sollte nach Weil am Rhein weiterziehen. Denn während andernorts im Schwarzwald die Straßenfasnacht zu Ende ist, geht es in Weil am Rhein mit der „Buurefasnet“ am Sonntag nach Aschermittwoch erst richtig zur Sache. Beim Umzug ziehen tausende „Hästräger“ und „Guggemusiker“ durch die Stadt.

Der „Morgestraich“ in Basel beginnt am Montag nach Aschermittwoch und dauert exakt 72 Stunden. Ab 4 Uhr morgens ziehen die trommelnden und pfeifenden Cliquen mit ihren Laternen durch die Straßen. Das Spektakel endet am Donnerstag um 4 Uhr morgens mit dem „Ändstraich“.

Und wem das noch nicht genug ist: In Donaueschingen, Elzach, Bonndorf und Bad Dürrheim haben die Narrenmuseen das ganze Jahr geöffnet.


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